Hintergrundinfo: 06. Juni 2012

06. Juni 2012

Der Landkreis Heidekreis (ehem. Soltau-Fallingbostel) hat in seinem Regionalen Raumordnungsprogramm Vorranggebiete für den Bau von raumbedeutsamen Windkraftanlagen festgelegt. Davon betroffen ist auch ein Gebiet zwischen Borstel in der Kuhle und Volkwardingen in der Gemeinde Bispingen. Es liegt in rund einem Kilometer Entfernung von der Grenze des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide. 

Die sieben geplanten und bis zu 185 m hohen Windkraftanlagen werden, so der Bau realisiert wird, u.a. von der Keimzelle des ältesten Naturschutzgebietes Deutschlands, dem Totengrund, massiv zu sehen sein und das Landschaftsbild in erschreckender Weise nachhaltig verunstalten.

Der Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) begrüßt und unterstützt die Energiewende vollumfänglich. Trotz des hohen Drucks zur Energiewende dürfen die Verantwortlichen dabei aber ihren Verstand nicht verlieren. Der VNP ist der Ansicht, dass hier eine Güterabwägung zu treffen ist, an welchen Stellen solche Windkraftanlagen tolerierbar sind und wo nicht. Die Grenze der Tolerierbarkeit ist nun mit der bestehenden Planung in der Gemeinde Bispingen überschritten.
Der VNP hat eine substantielle Stellungnahme gegen diesen Windpark bei der Gemeinde Bispingen eingereicht.

Der VNP sieht in dem geplanten Windpark, der „das Gesicht“ des Naturschutzgebietes nachhaltig negativ verändern wird, auch das Ende seiner Bestrebungen, Teile des Naturschutzgebietes als UNESCO-Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Das einzigartige Landschaftsbild mit einer ungestört verlaufenden Horizontlinie wäre unwiederbringlich zerstört. Auch die Tatsache, dass das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide gleichzeitig FFH-Gebiet und EU-Vogelschutzgebiet ist, scheint bei der Ausweisung dieser Vorrangfläche für Windkraft keine entscheidende Rolle gespielt zu haben. Lebensräume von Birkhuhn und Rotmilan werden massiv eingeschränkt. Hier gerät Naturschutz zur Farce und wird durch tagesaktuelle Bestrebungen ausgehebelt.

Der VNP wird alles in seiner Macht stehende unternehmen, damit diese Planungen doch noch abgewendet werden können – zum Wohle eines Naturschutzgebietes, in das Jahr für Jahr Hunderttausende von Besuchern strömen, um die einmalige Landschaft rund um den Wilseder Berg zu genießen.

„Dann ruht, ganz im Gegensatz zur Kulissenlandschaft, die Himmelskuppel kreisrund, wie eine unendliche Glocke, über der Erdscheibe.“
(Richard Linde, 1904)

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